MISSION TO PEACE – Österreichs ziviler Beitrag


AUFRUF zur Einführung eines Zivilen Friedensdienstes in Österreich


Konflikte innerhalb von Gesellschaften und zwischen gesellschaftlichen Gruppen und Staaten sind ein Faktum menschlichen Zusammenlebens. Es zeigt sich immer deutlicher, dass gewaltsame Formen der Austragung von Konflikten nicht zu mehr Frieden und Sicherheit führen, sondern dass nur gewaltfreie, zivile Mittel der Konfliktbearbeitung für nachhaltige Lösungen Erfolg versprechen. Zwar gibt es inzwischen viele Beispiele und erprobte und bewährte Methoden ziviler Konfliktbearbeitung, allerdings sind das Wissen darum und ihre Anwendung häufig zu wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert und erfahren keine ausreichende Unterstützung von politischer Seite.


Der wesentliche Beitrag von Zivilgesellschaften und Nichtregierungsorganisationen zur Verhinderung von Gewalt, zum zivilen Krisenmanagement und zum Aufbau von friedensfördernden Strukturen nach dem Ende gewaltsamer Handlungen wird in der internationalen und österreichischen Diskussion zunehmend erkannt. Was jedoch häufig fehlt, sind entsprechende Rahmenbedingungen und das öffentliche Bewusstsein um die Möglichkeiten, deeskalierend und gewaltmindernd, versöhnend und unterstützend in Konflikten zu handeln. In der Regierungserklärung vom 16. Jänner 2007 hatte sich die österreichische Bundesregierung bereits dazu verpflichtet „dafür [zu] sorgen, dass die notwendigen organisatorischen, rechtlichen und budgetären Vorkehrungen getroffen werden, um eine rasche Entsendung von österreichischen Expertinnen und Experten aus [...] relevanten Nichtregierungsorganisationen zu Einsätzen des zivilen Krisenmanagements sicherzustellen“ (Kap. Äußere Sicherheit und Landesverteidigung). Bisher ist dieser Willenserklärung keine wahrnehmbare konkrete Umsetzung gefolgt. In Deutschland existiert beispielsweise schon seit 1998 als dafür geeignetes Instrument der Zivile Friedensdienst.


Vor diesem Hintergrund fördern und fordern wir einen in der Gesellschaft verankerten und politisch anerkannten, gesetzlich abgesicherten, staatlich finanzierten und international eingebundenen Zivilen Friedensdienst.


Im Zivilen Friedensdienst steht die Entsendung von Friedensfachkräften, also von Frauen und Männern, die für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten ausgebildet und vorbereitet werden und diese Aufgabe auf Anfrage von und in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen im Konfliktgebiet für eine bestimmte Zeit (8 – 24 Monate) ausüben, im Mittelpunkt. Zivile Friedensdienste werden also von Zivilpersonen („Friedensfachkräften“) durchgeführt, von NGOs in breiter Trägerschaft organisiert und umgesetzt sowie staatlich gefördert.


Die Einführung und Verwirklichung eines Zivilen Friedensdienstes bedarf einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung auf allen Ebenen!


Deshalb unterstütze ich diesen Aufruf „Für einen Zivilen Friedensdienst“ und werde mich für die Einführung und Umsetzung des Zivilen Friedensdienstes einsetzen.



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